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Der BAUMANGEL

Versteckte Baumängel

Die Gewährleistungsfrist erlischt nach drei Jahren, Schadenersatzansprüche gehen aber weiter!

Immer wieder taucht der versteckte Mangel, für welchen der Unternehmer „sowieso 30 Jahre Gewähr zu leisten hat“ auf. Diese Behauptung ist jedoch falsch! Die Gewährleistung ist die Pflicht des Verkäufers oder Unternehmers, für Mängel am gelieferten Gegenstand oder errichteten Werk durch

drei Jahre oder (bei beweglichen Sachen) sechs Monate

hindurch einstehen zu müssen. Diese Verpflichtung besteht nur für solche Mängel, die bei der Übergabe des Gegenstands oder Werks bereits vorhanden, aber aus bestimmten Gründen nicht erkennbar waren. So werden schadhafte bzw. schlecht verlegte Elektroleitungen oft erst Monate nach dem Bezug des Hauses erkennbar. Die Gewährleistungsfrist wird von der Übergabe des Werkes ausgelöst. Darunter ist generell die Inbesitznahme durch den Käufer oder Auftraggeber zu sehen, in Bauverträgen durch Schlußbegehung vereinbart, oftmals wird darauf aber verzichtet oder vergessen und wird das Haus vom Erwerber ganz einfach bezogen. Damit ist die Übernahme erfolgt, die Frist hat zu laufen begonnen.

Welche Rechte hat der Bauherr, wenn er die schadhaften bzw. schlecht verlegten Elektroleitungen entdeckt hat?

Hat er den gesamten Kaufpreis oder Werklohn noch nicht bezahlt, so kann er die Zahlung des Restbetrages bis zur Mängelbehebung verweigern, auch wenn der Behebungsaufwand geringer wäre als der geschuldete Betrag. (Es sei denn der Mangel wäre ganz unerheblich und die Zahlungsverweigerung als „Schikane“ anzusehen.)

Verständigungspflicht:

Doch muss der Unternehmer vom Mangel verständigt werden und er muss Gelegenheit erhalten, diesen zu beheben. Andernfalls schuldet der Auftraggeber den gesamten Werklohn mit Ausnahme des Wertes des Mangels, im Regelfall der Behebungsaufwand. Hat der Bauherr den gesamten Werklohn bezahlt, da der Mangel der schadhaften Elektroleitung bei Übergabe nicht zu erkennen war, so muss er bis zum Ablauf der dreijährigen Gewährleistungsfrist die Klage bei Gericht auf Mangelbehebung oder Preisminderung eingebracht haben, ansonsten wäre der Gewährleistungsanspruch verloren.

Wenn der vorhandene versteckte Mangel der schadhaften bzw. schlecht verlegten Elektroleitung erst vier Jahre nach Übergabe zu Schäden führt, ist die Gewährleistungsverpflichtung des Unternehmers erloschen. Die Gewährleistungsfrist endet für sämtliche Mängel nach drei Jahren ab Übergabe, egal ob der Mangel bereits erkennbar geworden ist oder nicht. In diesem Fall besteht seitens des Bauherrn die Möglichkeit – notfalls unter Zuhilfenahme eines Fachmannes – die Ursache des Mangels näher begutachten. Liegt nicht bloß ein reiner Materialfehler vor, sondern kann dem seinerzeitig tätigen Professionisten eine unfachgerechte Vorgangsweise vorgeworfen werden, kann der Bauherr Schadenersatzansprüche geltend machen, für die eine Verjährungsfrist von drei Jahren ab Kenntnis des Schadens und des Schädigers gilt.

Ein solcher Schadenersatzanspruch geht weiter als der Gewährleistungsanspruch, der auf die bloße Behebung des Mangels selbst – etwa Austausch der schadhaften Leitung – beschränkt wäre. Ein solcher

Schadenersatzanspruch erlischt nach 30 Jahren.

Wichtig ist, dass die Klage innerhalb von drei Jahren nach der Erkennbarkeit eingereicht wird.

Diese Information wurde auszugsweise einem Standard-Artikel entnommen.